Kontext der Arbeit des Runden Tischs Berliner Theaterarchive

Allein 2016 boten die Berliner Bühnen, Orchester und Tanzgruppen über 9.000 Vorstellungen, darunter mehr als 400 Neuproduktionen.

 

Was aber bleibt von einer Theater-Inszenierung, wenn sie nicht mehr gespielt wird? Was bleibt dann von ihr für die vielen Theaterinteressierten, was für diejenigen, die sich forschend und lehrend mit Theater befassen? Wo bleibt, jenseits seiner schillernden und aufregenden Theatergegenwart, Berlins Theatervergangenheit?

 

Der Runde Tisch beschäftigt sich in seiner Arbeit mit dem Berliner Theatergedächtnis. Nur durch eine Stärkung der Archive und Sammlungen an den Theater- und Opernhäuser ist ein umfassender Zugang zu Dokumenten und Materialien, die die Darstellenden Künste präsentieren/abbilden/reflektieren, möglich. 

 

Berliner Strategie

Für den Erhalt des Berliner Theatererbes ist die enge Zusammenarbeit von Politik, Theaterpraxis und Gedächtnisinstitutionen in der Stadt absolut notwendig. Einen Vorschlag für eine solche Berliner Strategie entwickelten die Teilnehmer*innen des Workshops: WAS BLEIBT.  ZUR SITUATION DER BERLINER THEATERARCHIVE.  KOOPERATIONEN.  INNOVATIONEN.  STRATEGIEN, der am 29.01.2018 im Deutschen Theater Berlin stattfand.

 

Theater archivieren

 Prof. Dr. Jan Lazardzig

 

Dieser Vortrag wurde im Rahmen der Veranstaltung "Was bleibt" am 29.01.2018 im Deutschen Theater Berlin gehalten.

Die Relevanz der Theatermetropole Berlin in Geschichte und Gegenwart, so Jan Lazardzig, kann nur sichtbar gemacht werden, wenn die Archive sich ihrer Rolle in der Theatergeschichtsschreibung bewusst werden und dabei auch ihre eigene Archivtätigkeit immer wieder neu reflektieren.

"Kritische Archive des Theaters" werden laut Lazardzig in einer Welt, die theaterpolitische Entscheidungen oft allein anhand von Zuschauerzuwachs fällt, unabdingbar, nicht nur um den Zugang zu vergangener Theaterkunst zu gewährleisten sondern vielmehr "als Bedingung der Möglichkeit kritischer Gegenwartskunst".