Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland

 

Bildung

 

In der Projektveranstaltung Szenische Darstellung im Archiv des Fachbe-reichs Informationswissenschaften im Sommersemester 2011 haben sich Prof. Dr. Susanne Freund und Dr. Jürgen Kirschner darauf konzentriert, wie kulturelle Überlieferungen in Theaterinszenierungen vermittelt werden. Dazu haben sie die Arbeitsweisen von Gedächtnisinstitutionen und Theatern im Hinblick auf eine spätere Kooperation in der Praxis gegenübergestellt.


Im Vergleich zur Stückentwicklung an einem professionellen Theater haben die Stu-dierenden selbst eine szenische Lesung aus Dokumenten der Berliner Sammlung des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik Deutschland entwickelt. Sie haben vier ausgewählte Dokumentgruppen zur Theaterpolitik der Deutschen Demokratischen Republik gesichtet, zu den Fragestellungen recherchiert und ein Thema als szenische Lesung in einer Abschlussveranstaltung präsentiert. Im Verlauf des Projekts hat sich gezeigt, wie sich mit der theatralen Aufgabenstellung am zunächst sperrigen Material ein Interesse entzünden kann und wie die Beteiligten durch die praktischen eigenen Schritte in thematischer und methodischer Hinsicht ihren Horizont erweitern können.


Die in Potsdam entstandenen Modelle zur szenischen Lesung erweitern das Reper-toire der archivarischen Initiativen und ergänzen die bisherigen theaterpädagogischen Erfahrungen. Das Zentrum unterstützt auch weiterhin das Interesse der Archive am Phänomen Theater von der ersten Begegnung mit dem Theater bis zur Entwicklung neuer Spielformen mit den aktiven Spielleitern, auch in Verbindung mit dem professionellen Theater. Ebenso wird das Zentrum die Anwendung dieser Perspektive historischer Bildungsarbeit auf die eigenen Archive unter dem Stichwort 'Theater über Theater' fortsetzen.


Einen ersten Überblick zu den verschiedenen Strategien und Ergebnissen beim theatralen Umgang mit historischen Quellen gibt die Magisterarbeit von Sigrid Dauks: "Aus den Akten auf die Bühne". Inszenierungen in der archivarischen Bildungsarbeit. Berlin: Bibspider 2010. 145 S. (Historische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. 2.). Da die Autorin die Projekte der Archive, der Theater und einer Universität vorwiegend aus dem Blickwinkel der Archive untersucht, gibt sie auch für Theater und die Thea-terpädagogik einen guten Einblick in den Kenntnisstand und die Perspektiven dieses Feldes. (jk)


Die ungekürzte Fassung dieses Beitrags finden Sie  auf der Website des Zentrums unter Sammlungen.